Meine Rakete


Rakete arbeitet an ihren Hypnose Techniken

Rakete arbeitet an ihren Hypnose Techniken (c) Petra Arentzen

Das ist meine Rakete. Wie sie zu ihrem Namen kam? Och… das war ganz spontan :) An einem Samstag im Januar 2010 bekam ich plötzlich einen Anruf. Bekannte einer Bekannten hatten ein junges KĂ€tzchen aus einem abgerissenem Haus gerettet. Sie hĂ€tte unten vor dem Schutt gesessen und gaaanz laut geweint. Die beiden Finder konnten sie nicht zurĂŒcklassen und nahmen sie mit zu sich nach Hause. Na ja, die beiden wohnten im Haus nebenan, weit war es also nicht!

Wie sich spĂ€ter herausstellte, hatte sich die Mutter wohl auf den Dachboden des leerstehenden Hauses zurĂŒckgezogen, um in Ruhe zu werfen. Als das Haus vernagelt wurde, konnte sie nicht mehr raus, um sich und die Kleinen zu retten. Rakete wird die Einzige gewesen sein, die irgendwie in der letzten Sekunde flĂŒchten konnte. Sie war ja erst ein paar Wochen alt und relativ klein, klein genug fĂŒr einen Schlitz oder Spalt, der fĂŒr andere zu schmal war?

Ich ĂŒberlegte kurz. Ich hatte ja schon Pupi und Slayer, noch eine dritte Katze? Aber sie wĂ€re unwahrscheinlich sĂŒĂŸ – wurde mir am Telefon versprochen und die Finder könnten sie nicht behalten.

Kurzerhand, schnappte ich mir also meinen kleinen, roten Katzentransporter, setzte mich in meinen Tahiti Green Pearl farbenden Honda Civic, die bescheuerte Farbe heißt tatsĂ€chlich so – und fuhr los. Angekommen, wurde ich freundlich begrĂŒĂŸt und dem PĂ€rchen war die Erleichterung in den Gesichtern anzusehen. Die kleine grau-weiß gestreifte Katze mit den weißen Pfoten, die noch grau-blaue Augen hatte, krallte sich im Pulli der Hausherrin fest, als wolle sie dieses warme PlĂ€tzchen niiiie wieder verlassen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wollten wir mal probieren, ob ich sie ohne Probleme mitnehmen könnte. Katzen haben von Natur aus keinen Bock auf Transporter. Sie werden mit einer bunten Mischung an Abneigungen geboren, Feuerwerkskörper, fahrende Autos, laute MotorrĂ€der, Flohmittel fĂŒr den Nacken, Tabletten im Futter, zuviel geknuddel und Transporter. Ich kenne bisher noch keine Katze, die gerne Auto fĂ€hrt.

Doch ohne Probleme, hĂŒpfte sie einfach rein. Ich hatte die Box mit einem weichen Handtuch, um ihr die Fahrt so angenehm wie möglich zu machen. Statt sich mit HĂ€nden… ÀÀÀhhh Pfoten und Pfoten und Pfoten und Pfoten, gegen den Transporter zu wehren, legte sie sich sofort rein, als hĂ€tte sie Bock auf noch mehr Abenteuer. Die Hausherrin legte ihr noch einen kleinen gelben Dinosaurier aus PlĂŒsch mit rein, in den sie sich verliebt hĂ€tte.

Rakete zieht bei mir ein, mit Dino

Rakete zieht bei mir ein, mit Dino

Schiss, dass sie sich bei mir zu Hause erst Mal verkriecht oder die anderen Katzen sie nicht akzeptieren, öffnete ich vorsichtig die TĂŒr des Transporters und wollte schon mit Leckerlies locken, als sie plötzlich wie eine Rakete herausschoss. Mit Dino im Maul, trottete sie direkt ins Wohnzimmer um alles abzuchecken! So kam sie also zu ihrem Namen.

Verwirrt von der ganzen Aktion, guckte mich Pupi, an und bewegte langsam ihren fĂŒlligen Körper vom Kratzbaum herunter. Skeptisch ging sie auf Rakete zu, streckte ihre Nase aus, um den Neuankömmling zu beschnĂŒffelt und bums – da kam schon Raketes Pfote und tunkte Pupi mitten ins Gesicht. FĂŒr Rakete war die Sache klar! Endlich hatte sie eine Spielkameradin gefunden, wie geil! Sofort in Pupi verliebt, folgte sie ihr ĂŒberall hin, soweit sie konnte. Denn Pupi, fand das quirlige graue Ding jetzt schon total nervig und stieg immer auf das oberste Podest des Kratzbaums, weil die kleinen Raketen-Pfoten dafĂŒr noch nicht stark genug waren.

Rakete und Pupi (†) genervt, wie immer ;)

Rakete will doch nur spielen, aber Pupi (†) ist genervt, wie immer ;)

Dann kam Slayer nach Hause. Ein Riese unter den Katern, extrem scharfe Krallen und seinen Namen zurecht, musste ich aufpassen dass er Rakete nicht fĂŒr einen Nachtisch hĂ€lt! Sie lag auf meinem Sofa und erholte ihren kleinen Körper.

Er kam von draußen reingerannt und tĂ€nzelte straight in die KĂŒche, um die tĂ€gliche Nahrungsaufnahme zu komplettieren. Als er damit abgeschlossen hatte, wollte er wieder ne Runde bei mir schleimen, sprang auf’s Sofa und erschrak sich so hart, dass ich mich fragte, wie er draußen ĂŒberhaupt klar kommt?! Das er aus dem Stand nicht bis an die Decke gesprungen ist, war auch schon alles. Als Mensch hĂ€tte er sich sicher eingepinkelt. Nachdem der erste Schock verflogen und Rakete wach war, stolzierte er langsam zur Couch und legte seinen Kopf auf das Polster, um Rakete vorsichtig zu beobachten. Rakete, sich ihrere Sache nicht so sicher wie bei Pupi, setzte ihre weiblichen Reize ein, wahrscheinlich auch eine Art Überlebensinstinkt, und rollte sich spielerisch zu ihm rĂŒber. Er schnĂŒffelte kurz, sie roch wohl nicht nach Hering, Maus oder Spatz, also war es ihm scheiß egal und er legte sich schlafen.

Schnell war die Couch in Beschlag genommen, von SchĂŒchternheit keine Spur!

Schnell war die Couch in Beschlag genommen, von SchĂŒchternheit keine Spur!

So war also die Rakete bei uns eingezogen. Wo es auf dem Hinweg im Auto noch eine kleine Überlegung gab, sie bei den Tierfreunden Lingen anzumelden, und ihr ein neues Zuhause zu suchen, hatte sie sich schon in mein Herz geschlichen und eingekuschelt.

Diese schrĂ€ge kleine Katze die alle typischen Macken hat, die man von Katzen kennt – wie zum Beispiel sich immer da hinzulegen, wo man gerade arbeiten will:

Rakete Januar 2010

Hier wird nur gearbeitet, wenn ich gerade nicht gekrault werden möchte!

oder Wasser nicht aus dem Napf, sondern nur aus dem Wasserhahn zu trinken:

Rakete geht gerne ins Bad, aber nicht um die Dusche zu benutzen...

Rakete geht gerne ins Bad, aber nicht um die Dusche zu benutzen…

ist mir jeden Tag dankbar. Und das zeigt sie mir jeden Tag auf’s Neue. Wenn sie ihren kleinen Kopf an mein Bein stĂ¶ĂŸt, weil sie Bock auf Zuneigung hat, wenn sie die Spinnen in meiner Wohnung tötet, um mich davor zu retten oder Fliegen jagt, damit die mich nicht schnappen und verschleppen.

Und ich danke ihr, fĂŒr ihr fluffiges Fell zwischen meinen Fingern und ihrerer rauen Zunge auf meinen HĂ€nden, mit einer Überdosis ihres Lieblingsfutters, ner Tonne Leckerlies und Narrenfreiheit in meiner Bude.

29 Gedanken zu “Meine Rakete

  1. Hach, wie knuddelig :3 Ich hĂ€tte ja auch soo gern eine Katze, aber bin leider allergisch. Mal abgesehen davon, dass mich die laufenden Kosten plus eventuelle Tierarztkosten wahrscheinlich aus der Bahn werfen wĂŒrde; ich hab im Monat fĂŒr mich selbst kaum genug. Aber schön, dass es Leute wie dich gibt, die gern helfen. :)

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    • Find ich gut, dass du so verantwortungsbewusst bist :) Leider schalten viele nicht ihr Hirn ein und setzten sie dann aus oder töten sie :( Und Allergie, scheiße, da ist leider noch kein Heilmittel erfunden, außer diese schrĂ€gen Nacktkatzen :D

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  2. Ach du heilige Zeit! Was fĂŒr eine supersĂŒĂŸe Geschichte und dann noch diese oberknuddeligen Fotos dazu! <3 Ich liebe ja Tiere, egal ob Hunde oder Katzen und habe selber auch jede Menge Gewusel anzubieten! =)
    Schon unheimlich, wie schnell sich diese Viecherl ins Herz schleichen und dann kann man sie einfach nimmer hergeben! <3 Ich finde, ohne Tiere ist das Leben nicht einmal halb so schön! <3

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  3. <3 <3 <3 So sĂŒĂŸ! Katzen sind einfach unwiderstehlich! Denen verzeiht man sogar, wenn sie einem das Porzellan zerdeppern ^^
    Uns ist vor ein paar Wochen auch eine zugelaufen, die wohl schon lĂ€nger nichts mehr zu futtern bekommen hatte und die bis jetzt noch niemand fĂŒr sich beansprucht hat. Dabei ist es so eine SĂŒĂŸe!
    LG
    Salvia von Liebstöckelschuh

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  4. Hi,

    total sĂŒĂŸe Geschichte!

    Unsere Katze hat sich uns ausgesucht. Sie ist uns vor zwei Jahren zugelaufen und wir konnten NICHTS machen. Sie wollte einfach zu uns und bei uns bleiben!

    Die haben einfach einen eigenen Willen, gegen den man nichts tun kann :)

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Barbara

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  5. Oh mein Gott ist das ein sĂŒĂŸer Stubentiger *___* Dieses Minimiez hat sich genauso in dein Herz geschlichen, wie Shiho ihrerseits in meins.
    Shiho war eigentlich gar nicht geplant. Als wir Sherry abholten, wollten wir eigentlich nur eine zu unseren zwei großen haben. Als wir dort ankamen, mussten wir allerdings feststellen, dass wir dreist belogen worden waren (von wegen, die Kitten seien schon 12 Wochen alt, die waren gerade vier (!!!)). Dummerweise kamen die Kitten aber von Freunden meiner Bekannten aus dem Ausland, somit war auch nichts mit: Nein, die Kitten sind zu jung, die bleiben da!
    Ein Nachbar von besagter Bekannten wollte eigentlich Shiho nehmen. Sie hatte sich von ihm bestĂ€tigen lassen, dass wenn sie die Kleine holt, er sie auf jeden Fall nimmt. Dann holte sie die Kitten ab und der Typ meinte knallhart, er wollte sie nie nehmen. Also saß meine Bekannte auf der Kleinen, konnte sie selber nicht behalten und Shiho saß lieber auf meinen FĂŒĂŸen als sonstwo. Sie hing wie eine Klette an mir und wollte gar nicht mehr weg.
    Übrigens war auch Shiho diejenige, die dem Kater gezeigt hat, wer die Herrin im Haus ist. Mein Kater ist ein Trumm von einem Viech, bringt um die 7kg auf die Waage (alles Muskeln) und ist ein kleiner Pascha und das obwohl (oder gerade WEIL?) er kastriert ist. Er hielt ewig viel Abstand zu den Kleinen, die ja total tapsig und unbeholfen waren und eigentlich nur aus Fell bestanden, nicht richtig fressen konnten, ohne zweimal die HĂ€lfte im Fell und in der Wohnung zu verteilen, die stĂ€ndig umfielen und noch nicht so recht wussten, wofĂŒr das Katzenklo eigentlich da war. Irgendwann traute er sich doch nĂ€her heran, gab Sherry eine mit, die auch prompt wieder umfiel und erschrak zu Tode. Drei Tage kam er nicht mehr vom Schrank runter, wenn die Kleinen im Raum waren. Irgendwann traute er sich dann doch wieder zu Sherry, gab ihr eine mit, die fiel um und plötzlich saß da Shiho. Shiho ihrerseits nicht viel grĂ¶ĂŸer als Sherry, holte haus, patzte ihm ins Gesicht und fiel ihm vor die Pfoten. Damit war geklĂ€rt, wer das sagen hatte. Seither sind meine vier Katzen ein Herz und eine Seele :)

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    • Die sind als Winzlinge so geil, wenn viel mehr Fell als Körper vorhanden ist. Ich hĂ€tte auch beide genommen. 4 Wochen, dann trennen und eine zu so einem Arsch? Nö! Als Katzenfan kann man ja auch nicht anders, man kann nie genug Katzen im Haus haben. Im Bett, in der KĂŒche, auf der Couch und immer alles schön mit Haaren makieren ;)

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