Gertruds stoppelige Laufmasche

Kurzgeschichte Gertruds stoppelieg Laufmasche

Gertrud fuhr nicht gerne Bus. Sie mochte es nicht, wenn die Leute sie anstarrten. Oder hatte sie doch wieder leichte Stoppeln im Gesicht?

Eine kurze, sehr seriös wirkende Handbewegung verschaffte ihr Gewissheit und sie atmete zufrieden aus, glatt wie ein Babypopo.  Weiterlesen

Frieda liebt ihr Fleisch

Kurzgeschichte Frieda liebt ihr Fleisch

Frieda und Helmut saßen am Mittagstisch. Wie immer.
Frieda hatte ein wohlriechendes, dampfendes Mittagessen vorbereitet. Wie immer.

„Das Fleisch ist sehr zart“, lobte Helmut.
„Danke“, gab Frieda kurz zurück.
„Wie findest du die neuen Käfige?“ versuchte Helmut eine Konversation in Gang zu bringen.

Sie gab keine Antwort.
Er pustete vorsichtig auf seinen Löffel, damit er sich nicht an der Suppe verbrannte.
Frieda schlürfte laut und genoss ihren selbstgemachten Eierstich.

„Jetzt sag doch mal, wie findest du die neuen Käfige“, bohrte Helmut nach.
„Nö“, Frieda wollte einfach nicht.

„Wie? Nö.“, schaute er sie verdutzt an.

„Ich sag dir nicht meine Meinung dazu. Das letzte Mal warst so eingeschnappt, dass ich eine Woche vegetarisch Leben musste. Das möchte ich nie wieder durchmachen müssen. Ich liebe Fleisch!“
Sie fixierte ihn dabei mit ihrem Blick, damit ihm ihre Ernsthaftigkeit bewusst wurde.

„Ach komm schon, Honigmelönchen. So schlimm wird es ja wohl nicht sein. Deine Meinung ist mir wichtig, aber ich wollte es ihnen auch etwas schöner machen, dann bleibt das Fleisch zarter, wenn sie nicht so gestresst sind.“

Frieda schluckte genüsslich ein dickes, zerkautes Stück Fleisch hinunter.

„Okay, du willst es nicht anders.“ sie holte tief Luft.
„Ich finde es übertrieben, dass du den Mädchen Matratzen in die Käfige gelegt hast. Für die zwei Tage, bist du sie schlachtest, reicht locker eine Decke. Was kommt sonst  als nächstes? Schminkspiegel, Make up? Oder vielleicht lässt du sie auch noch ihre Eltern anrufen, damit sie ihnen sagen können, dass sie entführt wurden…“

 

Eine weitere Geschichte aus dem VHS Kurs „Kreatives Schreiben“, entstanden am 04.05.2016, wobei man sich zu der oben gezeigten Postkarte eine Geschichte ausdenken sollte.

 

Und, möchtet ihr Frieda und Helmut gerne mal kennen lernen?

Meine perfekte Reispfanne

Meine perfekte Reispfanne Parkbank Park

Meine Reispfanne schmeckte fantastisch. Innerlich klopfte ich mir selbst auf die Schulter, dass ich auf dem Markt mal frische Gewürze gekauft hatte und nicht mehr diese billigen, einhundert Jahre gelagerten im Supermarkt.

Meine Geschmacksnerven jubilierten mir zu, als ich plötzlich einen kalten Hauch im Nacken verspürte und sich meine kleinen Armhäärchen aufstellten.

»Hey du Trottel! Ich sitze hier auch auf der Parkbank. Kannst du mal bitte aufhören mir so penetrant in den Nacken zu atmen? Auch wenn das hier ein öffentlicher Park ist, sollte man trotzdem einen bestimmten Abstand wahren …«, während ich noch vor mich hinredete, wie unhöflich das Verhalten dieser Person war, drehte ich mich um, um zu sehen, wer sich auf die Parkbank in meinen Rücken gesetzt hatte und sich nicht zu benehmen wusste.

Ein ziemlich attraktiver Typ lächelte mich breit an.

»Sorry, ich hätte mich fast auf die Ameisenkolonie gesetzt und konnte nur noch im letzten Moment ausweichen.«

Ein Tierfreund, dachte ich und seufzte laut.

»Vielleicht hätte ich auch nicht mit meinem Eis eine leckere Sahnespur zu mir ziehen sollen«, zwinkerte er mir zu.

Mein Herz schlug schneller und ich bemerkte, wie sich meine Pupillen weiteten und mein Hirn meldete mir die ganze Zeit: Achtung, heißer Boy im Blickfeld. Achtung! Heißer Boy.

Wir kamens ins Gespräch. Er war Konditor und sein Steckenpferd waren ausgefallene Torten. In einem Nebensatz ließ er halbunauffällig fallen, dass er mit einigen seiner Kreationen schon Preise gewonnen hatte.

Angeber, dachte ich.

Aber sein Lächeln betörte mich. Er sprach gewand und ruhig. Ein kreativer Typ, der gut verdient. Da sollte ich nicht so schnell locker lassen.

Meine Reize musste ich auch nicht verstecken. Ich flirtete auf Teufel komm raus und tat so, als wäre ich etwas tollpatschig. In einem gewissen Maße, finden Männer das attraktiv.

Ich musste niesen. Er lächelte wieder.

„Oh. Mein. Gott.“, meldete mein Hirn. Er kam mir näher. Oh ja, ich war bereit ihn zu küssen.

Nein, ich bin nicht schnell zu haben, vielleicht ist er der Eine. Ich bin nicht so eine hyperromantische, aber er ist witzig, nett und süß und anscheinend findet er mich auch gut.

Ich wandte mich nicht ab. Wie in Zeitlupe bewegte ich mich auf ihn zu. Er hob die Hand. Oh ja, ich stehe drauf, wenn die Kerle mein Gesicht dabei in die Hand nehmen.

Sein wundervolles, strahlendweiß breites Lächeln kam dichter auf mich zu. Er öffnete seine perfekt durchbluteten, super soft aussehenden Lippen und sie formten sanft die Worte: »Du hast da einen Popel.«

Ich riss die Augen auf und wischte mir mit beiden Händen hektisch durch das Gesicht, als hätte eine Bienenkolonie dort einen spontanen Singletreff eingerichtet.

»Wo ist er?«, fragte ich leicht hysterisch quiekend.

»Er klebt jetzt an deiner Hand. Das dicke grüne Ding, was da so radioaktiv verseucht leuchtet.«

Das wars. Ich stand auf, zupfte meinen Trenchcoat zurecht und verließ erhobenen Hauptes, ohne noch ein Wort zu sagen, meine Mittagspausen-Lieblings-Parkband. Innerlich verabschiedete ich mich von ihr. Es war eine tolle Freundschaft, aber wir werden uns nie wieder sehen können.

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Eine weitere Kurzgeschichte, die in dem VHS Kurs „Kreatives Schreiben“ während des Unterrichts entstanden ist. Die Aufgabe: Schreibe deinen Vornamen untereinander in eine Tabelle. Schreibe dann zu jedem Buchstaben eine positives und ein negatives Wort auf. Und dann, baue eine Geschichte aus diesen Worten.

Positiv Negativ
P Penis Popel
E Eis Eingewachsener Zehnagel
T Torte Trottel
R Reis Radioaktiv
A Attraktiv Angeber

Gott heilt alle Wunden – Schreibe die Geschichte weiter.

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Diese Kurzgeschichte entstand schon vor ein paar Jahren, auch in der Volkshochschule Lingen. Unsere Dozentin gab allen die gleichen Sätze vor, aus einer Geschichte von Elke Heidenreich und wir alle sollten sie dann weiterschreiben. Das ist ist dabei in meinem Gehirn entstanden:  Weiterlesen

Der allwissende Brotkorb

Brotkorb

Ich muss euch doch mal wieder eine meiner VHS Hausaufgaben zeigen. Is ja nun wirklich nicht so, dass ich nichts tun würde, nur weil hier nicht täglich was passiert ;) Die Aufgabenstellung packe ich euch ans Ende des Textes, damit ihr euch erst mal meine kleine Interpretation der Aufgabe durchlesen könnt. Weiterlesen