Wo ist Edgar?


20 Wörter und die Wüste2

Am 08.08.2015 traf ich mich mit 2 Autorenkolleginnen zu unserem ersten „BASS“-Treffen. Worum es da genau geht, könnt ihr gerne hier noch mal nachlesen.

Die Aufgabe

Ziehe ein Bild aus einem verdecktem Stapel Karten und schreibe 20 Wörter dazu auf, die dir zu diesem Bild einfallen.

Ich zog eine Wüste und meine 20 Wörter seht ihr unten auf dem Bild.

Würfle zwei Emotionen anhand einer Liste und entscheide dich für eine. 

Sandra hatte, nach Rollenspiel-Art, verschiedene Emotionen perfekt durchnummeriert und unterteilt. So hatte ich „befriedigt“ und „alamiert“ und entschied mich für letzteres.

Butte bei die Fische

Schreibe 2 Seiten, der Ort auf dem Bild darf nicht genannt werden, beschreibe das Gefühl, benenne es aber nicht. Zeit: nicht viel! 

20 Wörter und die Wüste

Die Geschichte:

„Ich hasse es! Ich hasse es hier so hart!“, sprach Edgar zu sich selbst. Die Sonne brannte auf seinem Pelz , kein schattenspendender Platz war in Sicht. Er hasste das Gefühl zwischen seinen Zehen. Jahrtausendalte Muschelschalen, zerriebene Knochen und abgeschliffene Steinchen – wollten alle ihren Platz unter seinem Fuß.

Die Luft fühlte sich an, als würde sie brennen. Er wusste, dass er hier falsch war. „Du hast hier nichts zu suchen.“, sprach er wieder zu sich selbst. „Wenn die Bewohner dieses Ortes mich finden, bin ich am Arsch.“

Edgar trottete weiter. Nichts, weit und breit – nichts. Sein Körper lief auf hochtouren, sein Herz schlug schneller, die Pupillen vergrößerten sich. Er schwitzte unfassbar stark. Kleine Schweißbäche rannen durch sein Haar. „Dieser verdammte Ort wird mich noch töten.“ murmelte er vor sich hin.

Der Untergrund war einfach nichts für ihn. Dieses ständige Reiben, die Hitze, die sengende Sonne und das Fehlen von Abkühlung. Edgar ging es überhaupt nicht gut. Er setzte sich auf den krümeligen, kratzigen und steinigen Boden und checkte seine Füße. Eine kleine Säuberungsaktion würde ihnen vielleicht ganz gut tun. Gesagt, getan. Die Situation verbesserte sich dadurch nicht maßgeblich, aber die Pause tat ihm ganz gut.

Wie hatte er nur, verdammte Scheiße noch mal, seine Kollegen verloren? Gerade standen sie alle noch zusammen, bequatschten den Tag und dann knallte es, unfassbar laut! Alle wurden durch die Gegend geschleudert. Der Transporter, in dem sie hinten gesichert waren, überschlug sich mehrfach. Als er zum Stillstand kam, sprang die Heckklappe auf.

Total benebelt kroch Edgar ins Freie und lief los. Er konnte sich nicht daran erinnern wieso er den Transporter verlassen hatte. Der Ruf der Freiheit? Vielleicht wurde auch einfach sein Hirn zu doll durchgeschüttelt. Er erinnerte sich nicht. Und nun lief er hier, allein. Zum ersten Mal in seinem Leben auf sich gestellt. Um jetzt festzustellen, dass das ein verkackter Scheiß Plan war. Also, nachdenken! Hirn, power on. Wie könnte er zurückfinden? Er hatte keine Spuren auf diesem komischen Untergrund hinterlassen. Sollte er jemals zurück zu seinen Kollegen finden, musste er ihnen unbedingt davon erzählen und fragen, wie man sowas nennt.

Konnte er seine Schweißspur folgen? Nope, alles schon weggesickert. Der Boden schrie förmlich nach Flüssigkeit.

Edgar kramte einen kleinen Stein aus seiner Tasche. Sein Lieblingsstein. Vielleicht konnte er ja irgendwas damit bauen? Ach nein. Hier war ja nichts.

Plötzlich fiel ihm ein Leuchten in der Ferne auf. Er rieb sich die Augen. Seine Nase war schon ganz trocken, kein gutes Zeichen. Das Leuchten kam näher und näher und mit ihm ein Rattern und Rumpeln. Er hätte sich gerne versteckt. Aber hier war ja nichts.

Ein ziemlich großes Teil kam direkt auf ihn zu. Sein kleines Herz drohte zu zerspringen, sein Puls raste und er hechelte. Es war ein Transporter, wie der, aus dem er heute Morgen entflohen war.

„Siehste! War doch ne gute Idee die Otter zu chippen, falls mal einer von ihnen abhaut.“, sagte der eine Mensch zu dem Menschen, der mit einem großen Netz auf Edgar zuging.

Edgar war zu schwach. Er schaffte es gerade noch, seinen Lieblingsstein zurück in die Tasche zu stecken. Der Mensch mit dem Netz nahm ihn vorsichtig hoch. Er ging mit ihm zu dem Transporter und legte ihn behutsam in ein Becken voller Wasser. Das war der richtige Lebensraum für ihn!

Ein Otter hat einfach nichts in der Wüste verloren.

Was meint ihr. Hab ich die Aufgabe gut gelöst? Außer, das verbotene Wort im allerletzten Satz zu nennen. Ich freue mich sehr über euer Feedback :)

7 Gedanken zu “Wo ist Edgar?

  1. Hey, das ist ne echt coole Geschichte! Wie bist du bloss auf den Otter gekommen? Ich hatte schon das Gefühl es ist kein Mensch, dachte aber eher an einen Hund oder so. Du hast echt Talent, Hut ab. Oh, aber ich glaube es sollte dieses Ortes heißen, nicht diesen Ortes, oder?

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  2. Hihi also echt Petra…Otter, darauf muss man kommen ;-) ich dachte da echt an was anders. Cool und mir gefällt das du Kraftausdrücke benutzt wie im Real Life. Denke – bestanden
    lg tanja

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Petra!

    Gute Geschichte, wirklich auch wenn jetzt irgendwie noch ein paar Worte im Anschluss kommen, aber du sagtest du magst Kritikpunkte …

    Sorry, ich bin durch einige Schreibkurse vorgeschädigt, deshalb kommen bei mir manchmal Fragen/Gedankenfürze auf, die ansonsten überlesen werden.
    Ich hasse es hier so hart!
    … so hart … Bezieht sich das auf das Hassen? Auf das hier?
    Ich hasse es hier(,) so hart!
    Ich hasse es hier! So hart! (… so extrem, so furchtbar, in dem Sinn?)
    Bin selbst nicht immer gut mit Kommata, aber hab immer den Satz von – Komm wir essen(,) Opa! – im Hinterkopf …

    Die Luft fühlte sich an, als würde sie brennen.
    Ist ein „Filter“, schwächt die „Situation“ etwas ab.
    Die Luft brannte.
    … das wiederum brannte, brennen wie auch immer kann man als Wiederholung werten, vielleicht ein anderes Verb?
    ( schon mal die Seite openthesaurus probiert?)

    Er schwitzte unfassbar stark. Kleine Schweißbäche rannen durch sein Haar.
    … beide Sätze sagen das gleiche aus, wenn du einen streichst „verstärkt“ sich die Aussage (ich hoffe die Begründung macht Sinn …) Und du weißt glaube ich selbst, welcher der beiden Sätze STÄRKER ist …

    Der Untergrund war einfach nichts für ihn. Dieses ständige Reiben …
    … da machst du es in ähnlicher Form wieder, die Sätze die „zeigen/ unmittelbare Eindrücke vermitteln“ bringen die Geschichte weiter, die anderen liest man eben mit, aber sie nehmen etwas die Spannung/ das Tempo raus.

    Edgar ging es überhaupt nicht gut.
    … du hast sein Elend so schön umschrieben, bedarf es dieser Erklärung?

    Und das böse Wort am Ende nennen oder nicht, ..? Geht es nur um die wortwörtliche Verwendung, könntest du auch Ödnis, oder Einöde oder furztrockene Gegend verwenden.
    Wenn es generell gemeint ist …
    Verwende einfach das Gegenteil – nicht feuchte Umgebung oder so, aber da müsste ich jetzt auch länger drüber nachdenken.

    Mach weiter so, der Spaß, den du beim Schreiben hast, kann man jedenfalls zwischen den Zeilen lesen.
    Kleine Tippfehler, oder so, habe ich jetzt mal vernachlässigt …

    Gefällt 1 Person

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