Die Bären sind los

Braunbär

„DIE BÄREN SIND LOS!!“, schrie Ansgar durch das Zirkuszelt. Panik breitete sich unter den Statisten aus. Die Hochseilkünstler verzogen sind auf das Drahtseil, die Clowns versteckten sich mit 25 Leuten und 50 übergroßen Schuhen in einem Mini, die Pudel auf den Einrädern gaben Hackengas und brausten davon.

Nur einer stellte sich den Bären. Der unerschrockene Tiger-Bändiger Graf von Burg Klippenbrecher. Seine Peitsche im Anschlag, den typischen Tiger-Bändiger-Klappstuhl in der anderen Hand, pirschte er sich mit erhobener Brust Richtung Hinterausgang, wo er ein bärenknurren vernahm.

Der Braunbär Jakob gehörte schon seit 10 Jahren zum festen Ensemble der Truppe. Ein gemütlicher Braunbär, der für einen guten Cheeseburger alles stehen und fallen ließ.

Weil er so ein sanfter Zeitgenosse war und man ihm was Gutes tun wollte, hatte man ihm vor drei Monaten eine Freundin besorgt, Larissa.
Larissa umgarnte Jakob schnell mit ihren ausladenden Hüften, ihren langen Wimpern und ihrem seidigen Fell.

Erst sehr unbeeindruckt, verliebte Jakob sich jedoch nach einem Monat Hals über Kopf in sie und las ihr jeden Wunsch von den scharfen Fangzähnen ab. Alle Statisten waren glücklich, weil Jakob noch glücklicher war als vorher.

Der Graf schlich also leisen Schrittes voran. Das Grollen kam näher und er erspähte ein Stück haselnussbraunes Fell. Er sprang mit einem überheblichen „Ha Ha!!“ aus dem Schatten hervor und knallte mit seiner Peitsche.

Völlig unbeeindruckt sah Jakob ihn an. Der Graf schluckte und fragte sich, was Jakob wohl gerade aushecken würde, war sich aber sicher, dass dieser keiner Fliege etwas zu leide tun würde.

Der Graf ließ Stuhl und Peitsche sinken, breitete die Arme aus und wollte Jakob so vorsichtig in seinen Käfig zurücktreiben, da durchdrang ihn ein höllischer Schmerz am linken Arm. Dann am rechten Arm. Dann auf dem Rücken. Er wurde herumgeschleudert, fiel zu Boden und spürte einen zerschmetternden Schmerz in der Brust.

Larissa, die alte Kuh, hatte einen Fluchtplan ausgeheckt. Jakob hatte alle vertrieben und abgelenkt und sie hatte sich einen nach dem anderen vorgenommen. Als ihr Erz-Nemesis „Der Graf“, erledigt war, grunzte sie zufrieden auf, biss noch einmal herzlich in seine Kehle und zwinkerte dann Jakob zu.

Die beiden verschwanden seelenruhig in die Freiheit und waren nie wieder gesehen.

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Wieder eine Aufgabe aus dem kreativen Schreibkurs. Wir bekamen alle die Überschrift: Die Bären sind los. Ich wollte erst so was wie eine kleine Fanfiction über die Baseball-Serie meiner Kindheit schreiben, aber irgendwie waren Jakob und Larissa schneller ;)

Was meint ihr, wo hat es Larissa und Jakob hin verschlagen?

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Ich sehe was, was du nicht siehst.

Kochtopf auf Herd

„Mama! Maaaamaaaa! Ich sehe was, was du nicht siehst“, schallte es unten aus der Küche, während ich einmal in Ruhe meine Geschäfte im Badezimmer erledigen wollte.

„Maaaaamaaaa! Ich sehe was, was du nicht siehst“, donnerte es wieder hoch.

Ich rollte mit den Augen und pustete mir den Pony aus dem Gesicht, während ich verträumt auf meine Blümchen-Unterhose an meinen Knöcheln starrte.

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Wo ist Edgar?

20 Wörter und die Wüste2

Am 08.08.2015 traf ich mich mit 2 Autorenkolleginnen zu unserem ersten „BASS“-Treffen. Worum es da genau geht, könnt ihr gerne hier noch mal nachlesen.

Die Aufgabe

Ziehe ein Bild aus einem verdecktem Stapel Karten und schreibe 20 Wörter dazu auf, die dir zu diesem Bild einfallen.

Ich zog eine Wüste und meine 20 Wörter seht ihr unten auf dem Bild.

Würfle zwei Emotionen anhand einer Liste und entscheide dich für eine. 

Sandra hatte, nach Rollenspiel-Art, verschiedene Emotionen perfekt durchnummeriert und unterteilt. So hatte ich „befriedigt“ und „alamiert“ und entschied mich für letzteres.

Butte bei die Fische

Schreibe 2 Seiten, der Ort auf dem Bild darf nicht genannt werden, beschreibe das Gefühl, benenne es aber nicht. Zeit: nicht viel!  Weiterlesen

Die Veränderung

Dunkler Keller

„Du schaffst das Vivien, du bist verdammter Life Coach! Es ist dein Job, andere Leute aus aussichtslosen Situationen herauszumanövrieren. Jetzt denk nach. Jetzt betrifft es dich selbst. Was würdest du dir selbst raten?“, „Was müsstest du an der Situation ändern, damit sie zu deiner Zufriedenheit entspricht?“

Ich dachte nach. Ruckelte wieder an den Fesseln, die sich in das Fleisch meiner Handgelenke gruben. Immer noch fest.

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Darf ich mich vorstellen? Geralds Sofa, angenehm!

Cord Sofa

Oh, was passiert nur mit mir? Gerade hatte ich noch in der Wohnung von Gerald gestanden. Es kam mir vor, als wären etliche Jahre ins Land gezogen. Aber so lange konnte es noch nicht her sein. Ich bin zwar schon ziemlich durchgesessen, aber eigentlich kann man mich noch gut nutzen, dachte sich anscheinend auch die Person, die mich gerade in ihr Auto lud.

Gerald, wie ich ihn vermisse. Viele Jahre stand ich in seiner geräumigen 2 Zimmer Wohnung. Als die Cops ihn abführen, waren wir eine zeitlang alleine, der Wohnzimmertisch, der Fernseher, das Bücherregal und ich. Aus der Küche konnte man die anderen Schränke hören, aber gesehen hab ich sie nie. Wir fragten uns, was los war?! Eines Tages öffnete sich die Wohnungstür und wir dachten schon, Gerald wäre zurück. Doch es war nur der schmierige Hausverwalter. Gerald und er hatten sich oft gestritten! Gerald würde zu viel Müll für einen Menschen alleine verursachen und die Nachbarn beschwerten sich über komische Gerüche.  Weiterlesen